Steile Weingärten, kühle Nächte, herausforderndes Handwerk und eine klare Herkunft machen den steirischen Wein einzigartig. Zwischen Alpen und Adria entstehen Weine mit Frische, Eleganz und präzisem Charakter, geprägt von ihren Böden und den Menschen, die sie mit Erfahrung und Leidenschaft erzeugen. Steirischer Wein ist damit mehr als Genuss, er ist Ausdruck seiner Landschaft und ein klares Bekenntnis zur Herkunft.
Die Steiermark ist die gebirgigste Weinanbauregion Österreichs und gehört zu den schönsten Weinbaugebieten der Welt. Die Weine der Steiermark präsentieren sich fruchtig, lebendig und trinkfreudig. Sie spiegeln Klima, Böden und sorgfältige Handarbeit wider. Das DAC-Herkunftssystem mit verpflichtender Handlese steht für Wein mit geschützter Herkunft und herausragende Weine mit Ursprungsgarantie.
Das steirische DAC-System ist als Herkunftspyramide aufgebaut und stellt die Herkunft als zentrales Qualitätsmerkmal in den Mittelpunkt. Die Basis bilden die Gebietsweine, die die stilistische Vielfalt der drei DAC-Regionen – Südsteiermark, Vulkanland Steiermark und Weststeiermark – widerspiegeln und einen regionaltypischen Einstieg in den steirischen Wein darstellen. Darüber stehen die Ortsweine, die aus Trauben eines bestimmten Ortes stammen und bereits deutlich den Charakter ihrer Herkunft zeigen. An der Spitze befinden sich die Riedenweine, die aus einzelnen, genau definierten Lagen kommen und den präzisesten Ausdruck von Terroir, Lage und Jahrgang vermitteln. Die neun zugelassenen DAC Rebsorten und verpflichtende Handlese sind ein klares Bekenntnis zu Herkunft, Handwerk und Qualität.
Steirische Weine sind sehr oft Bergweine. Jetzt werden sich manche Leserin und mancher Leser sicher fragen, ob denn an den steilen Felsklippen der Alpen Rebstöcke wachsen. Denn genau dort ragen ja richtig hohe Berge in den Himmel. Doch der Begriff „Berg“ gilt in der Landwirtschaft, im Weinbau, auch bei Hügeln. Und zwar dann, wenn die Weingärten eine Hangneigung von mehr als 26 Prozent haben und der Weinbauer und die Weinbäuerin gezwungen sind, wie ein Bergbauer und Bergbäuerin zu arbeiten.
Auf ihre Stöcke fällt die Sonne viel gleichmäßiger und die Reben bekommen mehr Sonnenstrahlen, mehr Kilojoule ab – wie der Fachbegriff heißt. Zudem erwärmen sich die Böden stärker und bleiben beim Einfall der Dunkelheit länger warm. Wenn dann die kühlen Fallwinde der Nacht auf den Hügeln für ordentliche Temperaturunterschiede sorgen, so bringt das mehr Finesse und Delikatesse in den Wein. Steilhänge sind also keine „Bewirtschaftung, weil man sich eben der Landschaft fügen muss“, sondern eine „Bewirtschaftung, weil die Landschaft eben dafür die beste ist“.
Das Arbeiten am Steilhang bringt einen nicht gerade geringen finanziellen Mehraufwand mit sich. Maschinen bleiben außen vor, Menschen sind verpflichtend notwendig. Steilhang-Weinbau ist individueller, handwerklicher und traditioneller Weinbau. Und bis auf die neuen, blitzsauberen Stahlwerkzeuge (Scheren etc.) unterscheidet er sich auch in der Steiermark nicht von jenem Weinbau, wie er vor hundert oder zweihundert Jahren ebendort im Steilhang stattfand. Mögen in der Ebene die vollautomatischen, satellitengesteuerten Erntemaschinen ihr Werk tun; auf den steirischen Steilhängen tun dieses Werk Menschen. Dieses Tun, dieser Mehraufwand, schlägt freilich auch in den Kosten nieder. Und wird von den Winzern in den Flaschenpreisen gering wiedergegeben. Die Frage nach den Gründen wurde mit diesen Zeilen hier beantwortet.
Das Schneiden der Reben im Winter.
Das Pflanzen der Reben im Frühjahr.
Das Binden der Reben ebenfalls im Frühjahr.
Das Mähen der Räume zwischen den Zeilen und am Stock vom späten Frühjahr bis zum späten Sommer.
Die Laubarbeit am Stock im Sommer und Herbst.
Dazu kommen die vielen Lesedurchgänge im Herbst, die mitunter unter Zeitdruck geschehen.
Und damit ist noch nicht einmal alles aufgezählt.