26.06.2019 // Events

Pressereise "Wine Camp" 2019

Zehn Sommeliers und Multiplikatoren aus den trendigsten Restaurants in Deutschlands
Metropolen sind vom 23. bis 25. Juni in der Steiermark zusammengekommen, um Weine und
Winzer kennenzulernen.


Das Feedback der teilnehmenden Gastronomen und Sommeliers ist äußerst positiv. Gelobt
wurde die Organisation und die Auswahl der Weingüter, die einen sehr positiven und
hochwertigen Eindruck der Region lieferten – und zwar der gesamten Steiermark, da in den
drei Tagen alle drei DAC-Regionen besucht bzw. abgehandelt wurden.

Auftakt der Veranstaltung war die Begrüßung von Geschäftsführer DI Werner Luttenberger
und Obmann Stefan Potzinger mit einer Einführung in die Geschichte der Steiermark sowie
des neuen Herkunftssystems. Bei einer gemütlichen Buschenschankjause im Weingut
Tinnauer, aufgrund des Regens war leider kein Picknick im Weinberg möglich.
Die Reise durch die Ortsweine der Steiermark mit Weinakademiker Helmut Gramer und
Christoph Sabathi war ein guter Einstieg sich ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten der
Steiermark zu machen.

Auch die Breite und Tiefe der gezeigten Weine kam sehr gut an: So stand zwar Sauvignon
Blanc selbstverständlich großteils im Fokus. Dessen Bandbreite hat der Winzer Christoph
Neumeister eindrucksvoll dargestellt (die spontane Erweiterung um eine Vertikale der Lage
Moarfeitl hat die Verkostung noch einmal besonders gemacht).
Besonders beim Tasting mit den Weingütern Tement und Lackner-Tinnacher konnte der
Sauvignon Blanc in seiner gereiften Form die Wein-Profis überzeugen. Definitiv wurde hier
das Bild vom steirischen Sauvignon Blanc um die hochwertige Ebene erweitert. Es
überraschte viele, dass der Steirische Wein ein derartiges Reifepotential hat.

Extrem positiv überrascht waren die Teilnehmer von der Qualität und Vielfalt der Sausaler
Rieslinge. Das Tasting mit besonderem Ausblick im Weinmuseum Kitzeck war eines der meist
genannten Highlights – nicht nur wegen der Weine, auch die Moderation der Winzer Gerhard
Wohlmuth, Stefan Schauer und Leo Albert hat beeindruckt, da auf die verschiedenen Stile
und Produzenten sehr detailliert eingegangen wurde. Im wahrsten Sinne eine Verkostung auf
höchstem Niveau!

Die Erklimmung der wohl steilsten Riede Österreichs war eine Herausforderung, der sich
tapfer alle stellten. Bereits beim Anblick der mit 49 Grad Neigung – und erst Recht nach
Erklimmen derselben – aufsteigenden Lage des Weinguts Malli waren sich alle Sommeliers
einig: Diese Lagen müssen mit ihrer Einzigartigkeit kommuniziert werden – und
rechtfertigen auch einen entsprechenden Preis. Allein durch das Aufstiegs-Erlebnis dürfte
jedem Sommelier den Verkauf eines solchen Weines leicht fallen, kann er oder sie doch
sein persönliches Erlebnis weitergeben!

Insgesamt waren die Winzer selbst eine große Bereicherung, da auf hohem Niveau und
sehr detailreich Terroir und Weine erläutert wurden – besonders gelungen ist dies beim
Besuch beim Weingut Tinnacher-Lackner, da Katharina Tinnacher und Armin Tement im
Weingarten selbst besonders anschaulich machen konnten, was die Südsteiermark insgesamt
und ihre Philosophien im Speziellen auszeichnet. Angeregt wurde hier mit den Winzern
überlegt, wie gereifter Sauvignon Blanc seinen Weg in die Gastronomie finden kann, wie
der Sommelier am Gast damit arbeiten, wie Einkauf und Preisgestaltung umzusetzen sind.
Eine sehr inspirierende Station für alle Anwesenden!

Ebenfalls überzeugen konnten die Qualitäten der weiteren gezeigten Sorten: Weiß- und
Grauburgunder sowie Chardonnay und Gewürztraminer, die am Rosenberg von Walter
Frauwallner und vom Vater-Sohn-Gespann Winkler-Hermaden vorgestellt wurden –
wiederum an besonders beeindruckenden Locations mit fantastischem Blick über das
Vulkanland – die wunderschöne Landschaft und die Auswahl der Orte hat alle Teilnehmer ein
ums andere Mal verzaubert.

Die Auswahl der Locations – zusammen mit den anschaulichen Ausführungen der Winzer –
haben die Teilnehmer die Unterschiedlichkeiten der Regionen selber erleben lassen. An jeder
Station konnte der Blick über steile oder sanfte Hänge, das Zeigen und Anfassen der Gesteine
und Bodenstrukturen perfekt demonstrieren, was den jeweiligen Ortswein oder die Riede
ausmacht. Für den Sommelier und Wein-Multiplikator ist dies die beste Ausgangssituation, um
Weine sehr persönlich und bildhaft zu kommunizieren.

Obwohl – in der gegebenen Kürze der Zeit natürlich – nur ein kleiner Teil der steirischen
Weinguter besucht werden konnte, haben die WineCamper die gesamte Vielfalt der
Produzenten kennenlernen können, da die Verkostungen stets möglichst viele Winzer
einschlossen. Zudem wurde so auch deutlich, dass in der Region ein Miteinander gelebt wird
und Weine des Kollegen gerne und ebenso anschaulich erläutert werden wie die eigenen.
Daneben wurde auch die Mannigfaltigkeit der Betriebsarten deutlich: Vom großen
Produzenten mit mehreren Hundertausend Flaschen im Jahr bis zum nachhaltigen kleinen
Weinbauern, der mit der Familie wenige Hektar bestellt. Ein gelungener Eindruck vom
authentischen und gleichzeitig professionellen Charakter der Steiermark!

Nicht zu vergessen ist die Schilcher-Verkostung am ersten Abend. Obgleich nicht jedes
Sommelier Sache, war man sich doch einig, dass es wichtig und sehr interessant ist, die
regionalen Spezialitäten kennenzulernen. Einige waren von den „sprudelnden Varianten“ der
autochthonen Sorte mehr als angetan. Vor allem der Langmann’sche Pétillant Naturel hat
jeden begeistert. Einstimmiges Feedback: Davon sollte es viel mehr geben!

Ohne Wein-Bezug, aber kennzeichnend für die steirirsche Lebensart ist das Kürbiskernöl.
Der morgendliche Besuch in der Ölmühle Hartlieb hat einen tollen Einblick in die Tradition
der Ölproduktion geliefert und kam bei allen Gastronomen sehr gut an. Vielen Teilnehmer war
die Qualität und die Vielfalt der Ölproduktion - vom Kürbiskern über die Marille bis zur Distel –
der Steiermark bislang unbekannt. Bei allen Gastronomen sprang der kreative Motor an: Wie
diese Produkte in der hochwertigen Gastronomie eingesetzt werden könnten, welche
Lebensmittel passen, welche Weine dazu serviert werden! Definitiv ein Ansatzpunkt für die
Co-Vermarktung des steirischen Handwerks.

Die abendliche Jause beim Weingut Kögl hat in lockerer Atmosphäre (und erneut mit
fantastischem Ausblick) den Blick auf die „junge“ Steiermark gelenkt und einen guten
direkten Austausch mit den anwesenden Winzern (hidden champions) ermöglicht. Die
Gastfreundschaft und die nachhaltige Philosophie des Weinguts Kögl hat bei allen
Teilnehmern Eindruck hinterlassen, jeder hat sich sehr wohlgefühlt und die anregenden
Gespräche – mit den Gastgebern und untereinander – sehr genossen.
Nach drei gemeinsamen Tagen kam das Team übereinstimmend zu dem Schluss, dass auch
die Gruppendynamik und die Stimmung innerhalb der Gruppe wesentlich zu dem sehr
positiven Wein- und Reise-Erlebnis beigetragen haben. Das besonders schöne Loisium-
Hotel hat hierzu einen wesentlichen Teil beigetragen.

Die große Überraschung kam zum Schluss, als bereits alle WineCamper dachten, es geht zum
Flughafen (aufgrund der Ruhezeitvorgaben des Busfahrers konnte die Zeit leider nicht bis zur
letzten Minute in der Steiermark genossen werden). Stattdessen steuerte man den Wiener
Stadtpark und DIE Go-To-Location für jeden Food- und Winelover an: Das Steirereck, wo
zunächst in der Meierei hervorragendes Rindertatar mit Sauvignon Blanc vom Sattlerhof
genossen wurde – und die enorm beeindruckende Käse-Bar bestaunt wurde. Abschließend
folgte ein Abstecher in das Gourmet-Restaurant – das jedem Einzelnen ein Lächeln ins
Gesicht zauberte ob der modernen, hochwertigen Handwerklichkeit, die dort betrieben wird.
Head Sommelier René Antrag überraschte alle mit einem spontanen Tasting der
hauseigenen Abfüllung vom Weingut Tement. „Einen gelungeneren Abschluss einer Wein-
Reise kann es wohl kaum geben!“, meinte Axel Bode vom Hamburger Witwenball.

Alle Fotos zur Pressereise "Wine Camp" finden Sie unter:
Fotos Wine Camp 2019